Mining-Meilenstein: 20 Millionen Bitcoin geschürft – nur noch 1 Million BTC übrig
March 10, 2026Das Bitcoin-Netzwerk in den frühen Stunden des 9. März 2026 die magische Grenze von 20 Millionen geminten Coins. Abgebaut wurde der entscheidende Block vom Mining-Pool Foundry USA, dem derzeit größten Bitcoin-Mining-Pool der Welt. Siebzehn Jahre, zwei Monate und eine Woche nach dem Genesis-Block, den Satoshi Nakamoto im Januar 2009 schuf, hat das Netzwerk nun über 95 Prozent seines maximalen Angebots ausgegeben.
Was zunächst wie eine abstrakte Zahl wirkt, ist in Wahrheit einer der wichtigsten Momente in der Geschichte digitalen Geldes. Denn anders als bei Zentralbankwährungen, die nach Belieben ausgedehnt werden können, ist das Bitcoin-Angebot unveränderlich im Code verankert: 21 Millionen – nicht mehr und nicht weniger.
Das Halving-System: Wie Bitcoin seine Knappheit erzwingt
Hinter dem Meilenstein steckt ein ausgeklügeltes Emissionssystem, das Bitcoin von Anfang an einzigartig macht. Neue Bitcoins entstehen als Belohnung für Miner, die Transaktionen validieren und neue Blöcke zur Blockchain hinzufügen. Diese Belohnung startete 2009 bei 50 BTC pro Block und wird alle 210.000 Blöcke – ungefähr alle vier Jahre – halbiert. Dieses Ereignis wird als „Halving” bezeichnet.
Bitcoin Halving-Geschichte
- 2009 Genesis-Block – Startbelohnung: 50 BTC pro Block
- 2012 1. Halving – Belohnung sinkt auf 25 BTC
- 2016 2. Halving – Belohnung sinkt auf 12,5 BTC
- 2020 3. Halving – Belohnung sinkt auf 6,25 BTC
- 2024 4. Halving – Belohnung sinkt auf 3,125 BTC pro Block
- 2028 5. Halving erwartet – Belohnung sinkt auf 1,5625 BTC
Seit dem letzten Halving im April 2024 werden täglich nur noch rund 450 BTC neu generiert – halb so viel wie in der Periode davor. Die annualisierte Angebotsinflation liegt damit bereits unter einem Prozent und ist damit niedriger als die von Gold – dem bisherigen Inbegriff von hartem Geld.
Die verbleibende Million: Ein Jahrhundert Langsamkeit
Wer jetzt erwartet, dass die letzte Million Bitcoin schnell abgebaut wird, irrt sich gewaltig. Aufgrund der exponentiell verlangsamenden Halving-Mechanik wird die letzte Einheit – gemessen in Satoshis, der kleinsten Bitcoin-Untereinheit – erst um das Jahr 2140 erzeugt. Das bedeutet: Die verbleibenden knapp fünf Prozent des Gesamtangebots werden über die nächsten 114 Jahre verteilt in Umlauf kommen.
„Das Emissionsprotokoll ist für Jahrzehnte transparent einsehbar. Menschen schätzen berechenbare Regeln – besonders wenn es ums Geld geht.”– Raphael Zagury, CEO von Elektron Energy
Verloren, verbrannt, eingefroren: Das unsichtbare Angebotsdefizit
Die eigentliche Knappheit von Bitcoin ist noch dramatischer, als die Zahlen vermuten lassen. Blockchain-Analysen schätzen, dass zwischen 2,3 und 3,7 Millionen BTC dauerhaft verloren sind – durch vergessene Passwörter, zerstörte Festplatten oder unerreichbare Wallets aus den Anfangsjahren. Einige Forscher setzen den Verlust sogar auf bis zu vier Millionen Coins an.
Hinzu kommt ein besonders bekannter Fall: Satoshi Nakamoto, der anonyme Schöpfer von Bitcoin, besitzt schätzungsweise 1,1 Millionen BTC auf rund 20.000 Adressen – Coins, die seit 2010 nie bewegt wurden. Sollten diese Wallets für immer inaktiv bleiben, sinkt das effektive Maximum auf etwa 18 Millionen BTC. Außerdem sind rund 230 BTC dauerhaft unspendbar, darunter die Belohnung aus dem Genesis-Block selbst.
Wenn man diese Verluste einrechnet, könnte die tatsächlich handelbare Menge Bitcoin nur 30 bis 40 Prozent des gesamten geminten Angebots ausmachen – ein Wert, der die Knappheitserzählung dramatisch verstärkt.
Was bedeutet das für Miner?
Der Meilenstein markiert auch einen strukturellen Wandel für die Mining-Industrie. Während Miner bisher hauptsächlich durch neue Block-Belohnungen entlohnt wurden, gewinnen Transaktionsgebühren zunehmend an Bedeutung. Beim nächsten Halving 2028 wird die Belohnung erneut halbiert – auf 1,5625 BTC pro Block. Dies könnte für weniger effiziente Miner existenzbedrohend werden.
Bereits heute zeigt die Branche den Druck: Laut Branchendaten fiel der Umsatz zeitweise unter 35 US-Dollar pro Petahash pro Sekunde und Tag – unter der Rentabilitätsschwelle vieler Betreiber von etwa 40 Dollar. Um sich anzupassen, investieren führende Mining-Unternehmen massiv in Effizienzsteigerungen und diversifizieren zunehmend in KI-Rechenzentren und High-Performance-Computing.
„Der Markt steht kurz vor etwas Neuem: einem globalen Asset mit fast keinem neuen Angebot mehr.”– David Eng, Managing Partner bei Energy Co
Knappes Gut trifft institutionelles Kapital
Der Meilenstein fällt in eine Phase beispielloser institutioneller Nachfrage. Bitcoin-ETFs zogen im Jahr 2024 laut Branchendaten kumulierte Nettozuflüsse von über 35 Milliarden US-Dollar an; die gesamten Nettovermögen der Produkte beliefen sich zwischenzeitlich auf über 123 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung verstärkt das fundamentale Ungleichgewicht: Immer weniger neue Coins treffen auf immer mehr institutionelles Kaufinteresse.
Analysten betonen dennoch, dass der Meilenstein kurzfristig keine unmittelbare Auswirkung auf den Preis hat – dieser ist bereits seit Jahren bekannt und eingepreist. „Schon eingepreist. Die Märkte kennen die Angebotswachstumsrate von BTC mit Sicherheit, und sie liegt bereits unter der von Gold”, erklärte Charles Edwards von Capriole Investments. Langfristig hingegen sei die Kombination aus Knappheit und berechenbarer Politik ein starkes Signal.
Was passiert, wenn die letzte Bitcoin geschürft ist?
Für das Jahr 2140 stellt sich eine grundlegende Frage: Was sichert das Netzwerk, wenn keine neuen Coins mehr als Anreiz locken? Die Antwort liegt in den Transaktionsgebühren. Ab diesem Zeitpunkt werden Miner ausschließlich durch Fees vergütet, was Transaktionen potenziell teurer machen könnte. Befürworter sehen darin jedoch die natürliche Weiterentwicklung eines Systems, das genau für diesen Moment entworfen wurde – resilient, transparent und unveränderlich.
Bitcoin-Pionier Hal Finney entwarf schon früh ein Gedankenexperiment: Falls Bitcoin zur dominanten Reservewährung der Welt würde und das globale Haushaltsvermögen von 100 bis 300 Billionen Dollar widerspiegeln müsste, ergäbe sich rein rechnerisch ein Wert von etwa 10 Millionen Dollar pro Coin. Ein kühner Gedanke – aber einer, der zeigt, warum die 20-Millionen-Grenze weit mehr ist als eine Zahl.
Fazit: Bitcoin hat sein Versprechen gehalten
Der 9. März 2026 wird als Datum in die Krypto-Geschichte eingehen. In 17 Jahren hat das Bitcoin-Netzwerk exakt das geliefert, was Satoshi Nakamoto 2009 in Code gegossen hatte: ein transparentes, manipulationssicheres und absolut knappes Geldsystem. Mehr als 95 Prozent aller jemals existierenden Bitcoin sind nun im Umlauf. Die verbleibende Million erinnert uns: Die Knappheit von Bitcoin ist kein Versprechen – sie ist Mathematik.